Und plötzlich habe ich eine offene Vakanz – was nun?

Ob Schwangerschaft, Versetzung, Kündigung oder Renteneintritt – Eine Nachbesetzung kann viele Gründe haben. Für das betroffene Unternehmen ist es aber in jedem Fall wichtig so schnell wie möglich einen Ersatz zu finden. Warum das nicht immer ganz so einfach ist und in welche Fettnäpfchen Recruiter dabei treten können, erfährst Du hier.

 

Ist die Nachbesetzung wirklich so wichtig?

Immer regelmäßiger kommt es auf dem Arbeitnehmermarkt zu offenen Vakanzen, wobei die Nachbesetzung so manche Fallstricke mit sich ziehen kann. Oft wird viel zu lange versucht auf allen unterschiedlichen Wegen die Stelle nach zu besetzten – häufig vergeblich. Wer aber eine Stelle über einen längeren Zeitraum nicht nachbesetzt, geht ein gewisses Risiko für das eigene Unternehmen ein. Denn der Workload der eigenen Teammitglieder wird in Folge einer offenen Vakanz erhöht. Das hat zur Folge, dass Prioritäten gesetzt werden müssen und wichtige, geplante Projekte so ggf. erstmal hinten anstehen.

Abhilfe kann in diesem Fall ein optimierter Recruiting-Prozess geben. Zum anderen kann aber auch eine parallel eingeschaltete Personalberatung in den Prozess mit einbezogen werden, um dem mittlerweile extremen Zeitdruck standhalten zu können. Solange ein Unternehmen dabei auf eine erfolgsbasierte Zusammenarbeit setzt, kann die Suche völlig risikofrei an eine Beratung weitergegeben werden, während man selbst das interne Besetzungsbestreben weiter vorantreiben kann. Erfolgsbasiert heißt hierbei: Zahlung erst und nur bei Einstellung eines Kandidaten. Zur Personalberatung gehört meist ein ganzes Paket bestehend aus dem Erstellen eines genauen Anforderungsprofils inklusive Stellenausschreibung und Gesprächen. Viele Personalberater unterstützen auf Wunsch auch bei den Gehaltsverhandlungen.   

Welche Leitsätze sonst noch unbedingt eingehalten werden sollten:

1. Stelleninserate prüfen

Bevor eine alte Stellenanzeige erneut online gestellt wird, sollte immer erst die Job Description mit allen Anforderungen und Aufgabenbereichen geprüft werden. Vielleicht möchte jemand des aktuellen Teams eine der Aufgaben übernehmen, oder neue Verantwortungsbereiche sind dazugekommen. Der Arbeitsalltag befindet sich im ständigen Wandel, da kommt es oft vor, dass die Tätigkeiten schnell wechseln.

2. Richtige Prioritäten setzen

Wer bei der Bewerberauswahl die falschen Prioritäten setzt, verpasst möglicherweise einen wertvollen Bewerbenden. Anders als fachliche Kompetenzen, können Soft Skills nicht so schnell erlernt werden. Kompetenzen, wie Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke oder Kreativität sind Charaktereigenschaften, die mittlerweile immer wichtiger werden und insbesondere für Recruiter stärker in den Fokus rücken sollten. Ein striktes Beachten der Fachlichkeit und der Ausbildungsleistung  sind schon lange nicht mehr ausreichend, um die Chancen einer Neubesetzung vollkommen auszuschöpfen.

3. Internes Recruiting betreiben

Bei einer vakanten Stelle wird häufig direkt extern ausgeschrieben, ohne die eigenen Mitarbeiter in Betracht zu ziehen. Dass man ihnen damit die Chance auf eine Weiterentwicklung nimmt, bedenken viele Personaler gar nicht. Dabei hat internes Recruiting nicht nur einen Kostenvorteil, sondern geht meistens auch noch schneller. Zudem wird die vorhandene Belegschaft motiviert und stärker gebunden.

4. Kollegen miteinbeziehen

Wer die Entscheidung, über eine Nachbesetzung, ohne die direkten Kollegen des Kandidaten trifft, sollte dies in Zukunft nochmal überdenken. Schließlich sind es jene Kollegen, die später mit dem Neuzugang arbeiten werden. Und da sollte die Stimmung im Team schließlich passen. Ganz nebenbei kommt das sogenannte Peer Recruiting (eine Form des Recruiting, bei dem nicht das Management oder die HR-Abteilung die Einstellungsentscheidung treffen, sondern die Mitarbeitenden des jeweiligen Teams) übrigens auch super bei Bewerbenden an.

 

Quellen:

(1): Zenta, Reginald (2021): Häufige Fehler bei der Nachbesetzung von Stellen. Unter: https://www.erecruiter.net/b/nachbesetzung-von-stellen

(2): Rauch, Sandra (2019): Personalvermittler: Das bringen Headhunter im Handwerk. Unter: https://kurzelinks.de/1361

 

Bildquelle: Canva (2022).