#respectnurses

Gegen sexuelle Belästigung in der Pflege und für eine Aufwertung des Pflegeimage!

#respectnurses. Seit kurzer Zeit thematisieren Pflegende auf der Plattform Twitter unter diesem Hashtag sowohl Belästigungen, wie bspw. sexuelle Übergriffe oder Beleidigungen von Patienten/ Bewohnern und deren Angehörigen an ihrem Arbeitsplatz als auch die fehlende Unterstützung ihrer Kollegen in solchen Situationen. Laut dem Redaktionsnetzwerk liegt schon seit längerem ein Imageproblem der Pflege in Deutschland vor.

Durch die zahlreichen Erfahrungsberichte in Beiträgen unter dem Hashtag „respectnurses“ wird klar, dass es sich hierbei nicht um Einzelfälle handelt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Pflegeperson männlich oder weiblich ist. Es entsteht der Eindruck, dass es für manche Patienten oder Angehörige teilweise selbstverständlich zu sein scheint, Pflegekräften derart respektlos zu begegnen. In einem beispielhaften Beitrag wird ein sexueller Übergriff – ausgehend von einem Patienten an einer Krankenschwester – geschildert. Der genannte Patient begründete sein Handeln mit der Aussage, dass Pflegepersonen „schließlich dafür bezahlt werden, damit es ihm gut geht“. Konsequenzen? Fehlanzeige. Der Ausgang dieser Situation verdeutlicht nicht nur das Imageproblem der Pflege, sondern auch, dass zum einen dem Täter kaum Konsequenzen drohen und zum anderen die betroffene Pflegekraft kaum Unterstützung von ihren Kollegen erfährt.

Da viele interne Mitarbeiter der REHCURA selbst aus der Pflege kommen und die Leitung unseres Unternehmens an den entscheidenden Stellen aus einem Team von Pflegewissenschaftlern besteht, kennen wir diese Erfahrungen aus der Praxis. Als professionelle Pflegekraft weiß man, dass man in die Intimsphäre des Patienten und Bewohners eingreift – man lernt bereits in der Ausbildung diese zu wahren und mit schwierigen Situationen, wie den oben beschriebenen, umzugehen. Sexuelle Übergriffe in der Pflege sollten nicht vorkommen und dennoch geschehen sie. Daher ist es umso wichtiger, dass Pflegekräfte durch ihre Profession zum einen lernen mit derartigen Situationen umzugehen und sich zum anderen mit Emotionen wie Hilflosigkeit bzw. Machtlosigkeit und Schamgefühlen vertrauensvoll an ihre Kollegen wenden können.

Wie geht REHCURA damit um?

Wir reden nichts „schön“ und schauen nicht weg! Ihr findet immer ein offenes Ohr bei uns – egal für welche Problematik. Wir sind der Meinung, dass sexuelle Belästigungen und Beleidigungen im Pflegealltag sehr relevante Themen sind. Daher sollte aus unserer Sicht die Thematik viel mehr Präsenz erhalten. Sei es durch derartige Hashtags auf Twitter, die weitere Aufklärung innerhalb der Pflegeausbildung, der Pflegestudiengänge und somit auch der Wissenschaft, aber auch durch die Interessenverbände und politische Aufklärung. Des Weiteren appellieren wir an den kollegialen Zusammenhalt – besonders in schwierigen Situationen – mit dem Ziel der gegenseitigen Unterstützung und einem transparenten Umgang mit der Thematik. Dies erleichtert den Umgang mit unangemessenen Situationen und kann bestenfalls dazu führen, dass es nicht mehr zu negativen Erlebnissen dieser Art kommt. Es ist die Aufgabe unserer Profession sich stark zu machen und gemeinsam im Team und / oder mit den Patienten bzw. Bewohnern Lösungen für eine optimale Pflege mit optimalen Bedingungen zu finden. Sollte dies aus den verschiedensten Gründen nicht möglich sein, sind Konsequenzen dringend notwendig.

REHCURA findet es essentiell, das Image der Pflege aufzuwerten, sodass derartige Übergriffe erst gar nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Wir haben besonderen Respekt vor der Arbeit aller Pflegenden und möchten Euch hiermit umso mehr für Euren täglichen Einsatz danken!

 

Sina Wagenknecht (cand. B.A. Pflegewissenschaft)